Presse

Am 2. November unterstützt die Barmstedter Zeitung MENTOR Pinneberg bei der Suche nach neuen Lesehelfern

Mentorin Hedine Meier-Stehnken
Lese-Helfer fördern Grundschüler
An der James-Krüss-Schule unterstützen ehrenamtliche Mentoren die Zweit- bis Viertklässler / Weitere Interessierte gesucht 
Peter Jaster
Bokholt-Hanredder

„Dramatische Vorgänge auf dem Dachboden. Gerade erst hat die Mutter die alten Bücher von Opa vor dem Feuer gerettet und nach oben auf den Boden gebracht, droht das nächste Unheil: Hier oben lauern die kleinen Bücherfresser.“ Diese spannende Geschichte aus einem Kinderbuch von Cornelia Funke lesen Ben (9, Name geändert) und seine Lesementorin Hedine Meier-Stehnken (79) an der Grundschule Bokholt-Hanredder gemeinsam. „Ich hab’ eine richtig gute Lesementorin erwischt, das macht richtig Spaß“, sagt Ben begeistert und berichtet: „Seit März lesen wir einmal die Woche zusammen und machen auch Rätsel.“ Wenn seine Konzentration nachlässt, liest Meier-Stehnken weiter, so bleibt die Geschichte spannend.

Doch bevor das Buch auf den Tisch kommt, wird die Kinderzeitung, die vom Verein der Lesementoren (siehe Info-Kasten) herausgegeben wird, durchgenommen. Aktuelle Themen sind dort kindgerecht aufgemacht ebenso zu finden wie Rätsel und Witze. Meier-Stehnken hat auch immer die Seite mit den Kindernachrichten aus der Tageszeitung dabei. „Damit es nicht langweilig wird, machen wir kleine Spielchen. Am Ende gibt es immer einen Aufkleber auf die Lesekarte“, berichtet sie.

Sie sei durch einen Zeitungsbericht auf die Aufgabe als Mentorin aufmerksam geworden, sagt Meier-Stehnken. „Und trotz meiner großen Familie nehme ich mir gern die Zeit. Der Aufwand ist überschaubar, es macht Spaß und ist richtig schön, die Fortschritte bei den Kindern zu erleben.“

Vor fünf Jahren hat Erna Tierock aus Sparrieshoop als Lesementorin angefangen. Heute ist sie als Koordinatorin tätig und hat eine große Bitte: „In Klein Offenseth-Sparrieshoop an der Grundschule Wiepeldorn sind beide Mentorinnen krankheitsbedingt ausgefallen. Wir haben dort einen ganz großen Bedarf, die Schule benötigt dringend unsere Unterstützung.“ Gesucht werden Menschen, die sich gern ehrenamtlich einmal wöchentlich für jeweils eine Stunde mit einer Schülerin oder einem Schüler der zweiten bis vierten Klasse zu einer Lesestunde in der Schule treffen. Der Mentor-Verein begleitet das Engagement mit Schulungen, Fortbildungen und regelmäßigen Treffen zum Erfahrungsaustausch. „Es ist viel Material vorhanden. In vielen Büchereien gibt es Bücherkisten, aus denen man sich Bücher ausleihen kann“, betont Tierock.

Auch die Lehrkräfte der James-Krüss-Schule sind begeistert von der Arbeit des Vereins, wie Astrid Reumann betont. „Es ist eine tolle Organisation und sehr hilfreich für die Kinder. Durch die 1:1-Betreuung und das ganz persönliche Eingehen auf das Kind entsteht etwas, was wir als Schule gar nicht leisten können“, sagt sie. Birgit Dannemann ist Verbindungslehrerin zu den Lesementoren und beschreibt deren Arbeit so: „Es ist spannend zu sehen, wie sich einzelne Kinder entwickeln. Wie sie am Anfang sehr vorsichtig, dann immer offener und begeisterter sind und schließlich strahlend auf die Mentorin warten. Die Kinder vergleichen untereinander ihre Lesekarten, und auch die Eltern sind begeistert und fragen nach Möglichkeiten für ein Geschwisterkind.“